FSV 1962 KRAUDORF-UETTERATH  E.V.

 

 

Seit nunmehr 50 Jahren besteht in Kraudorf ein Fußballverein. Bereits vorher spielten viele Sportinteressierte in den Nachbarvereinen Randerath, Süggerath und Tripsrath Fußball. Immer wieder kam an der Theke das Gespräch auf, einen eigenen Fußballverein zu gründen.

Auf Anregung von Heinz-Josef Jansweidt fuhren er, Josef Helf und Heinz Tichelbäcker zum damaligen Fußball-Kreisvorsitzenden Herrn Josef Arnolds. Dieser war sehr erstaunt, sagte aber auch seine Unterstützung zu.

Im Dezember 1962 trafen sich engagierte Kraudorfer zur Gründungsversammlung in der Gaststätte Derichs, Nirm, heute Capitol. Diese Gaststätte ist immer noch unser Vereinslokal. Zu dieser Versammlung wurden auch Vertreter der Nachbarvereine eingeladen, da ja viele zukünftige Kraudorfer Spieler in diesen Vereinen aktiv waren. Schlussendlich stimmten auch die Nachbarvereine einer Neugründung zu und gaben den Spielern die Freigabe.

Eine längere Diskussion entbrannte noch um den Vereinsnamen und die Vereinsfarben. Man konnte sich aber dann doch auf FSV 1962 Kraudorf und die Farben Rot-Weiß einigen.

Wesentliche Unterstützung für die Vereinsorganisation und die ganzen Formalitäten erhielt der neue Verein vom Vorsitzenden aus Tripsrath, Gerhard Drießen, und von Theo Kamp aus Randerath.

Als Glücksfall für den neu gegründeten Verein sollte sich Lehrer Hubert Boniek herausstellen.

Er hatte damals schon einen Trainerschein und Erfahrung in der Vereinsführung. Noch wichtiger war, dass er wusste, wie man an Fördergelder kommen konnte. Er war in dieser schweren Anfangszeit die Triebfeder im Verein.

Folgende Gründungsmitglieder sind noch heute Mitglied:

Heinz Braun, Josef Helf, Heinz-Josef Jansweid, Heinz Lammertz und Theo Straten.

Weitere Gründungsmitglieder waren: Hubert Boniek, Heinz Roth, Heinz Thelen, Heinz Tichelbäcker und Hans-Josef Vossenkaul.

Bereits verstorben sind: Valentin Bassauer, Albert Brand, Walter Brand, Fritz Derichs, Hubert Dohmen,  Peter Harren, Willi Heinrich, Peter Jöris, Karl Küppers, Kaspar Küppers, u. a.

 

Der Anfang war gemacht. Aber nun gingen die Probleme los.

Auf welchem Platz soll gespielt werden?

Wie sollen die Trikots und die Bälle finanziert werden?

Doch auch dafür wurden Lösungen gefunden .Die Heimspiele wurden auf dem Randerather Sportplatz, welcher uns vom TuS 09 Randerath freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, ausgetragen. Die ersten Trikots und Bälle stiftete unser Vereinslokal Derichs.

 

1

 

v.l.n.r.: NN,H.Roth,A.Brandt,W.Brandt,H.Tichelbäcker,T.Tichelbäcker, H-J.Jansweidt,J.Helf,V.Bassauer,H.Lammertz,W.Breuer.

 

Das erste Spiel wurde am 20. April 1963 in Randerath ausgetragen. Bis zur Halbzeit lagen wir bereits  3 : 0 zurück, aber am Ende hieß es  3 : 3.

 

2

 

v.l.n.r.: H.Boniek,K.Küppers,Wacker,J.Helf,H.Thelen,H.Braun, J.Tichelbäcker,H.Tickelbäcker,V.Bassauer,A.Brandt, H-J Jansweidt,H-J.Voßenkaul

 

Der Anfang machte also Mut und wir zogen in frohem Zuge nach Nirm, um dort das Ergebnis gebührend zu feiern. Weil wir noch keinen Stiefel hatten, nahmen wir einen

 

Blecheimer, um daraus das Bier zu trinken. Am 7. Mai 1963 endete das zweite Spiel in Süggerath 1 : 1.

 

In der Saison 1963/1964 nahmen wir erstmals in der Kreisliga B des Fußballkreises Geilenkirchen am offiziellen Spielbetrieb teil. Das erste Meisterschaftsspiel fand in Randerath gegen Setterich statt und wurde mit 2 : 1 gewonnen.

In die Rückrunde starteten wir mit einer kleinen Sensation. Wir siegten beim hoch favorisierten TuS 09 Randerath mit 1 : 0. Dies gab unserem jungen Verein großen Auftrieb.

 

 

Bereits 1964 pachteten wir in Nirm  „Zu den Benden“ eine Wiese, um kurzerhand einen eigenen Sportplatz zu errichten.

Eigentümer dieser Parzellen waren Jakob Bergs und Johannes Braun. Erwähnenswert ist hier noch die Höhe der Pacht. Diese richtete sich nach dem Dezemberpreis des Weizens. Dies war eigentümlich, da  man in diesem nassen Bendengebiet niemals Weizen hätte anbauen können und dann noch ein „Dezemberpreis“.

Die Herrichtung dieses Platzes erforderte viel Arbeit, denn es mussten nicht nur Drainagen angelegt werden, sondern auch manche Weidenstöcke herausgebuddelt werden. Aber auch danach war der Platz immer noch sehr nass und die vielen Maulwürfe machten uns zu schaffen. Trotzdem waren wir natürlich stolz, endlich eine eigene Platzanlage zu haben.

Einen Wermutstropfen hatte die ganze Sache dann doch noch. Der Anstrich des großen Ballfangs wurde an eine Firma übergeben. Beim mündlich ausgehandelten Preis gab es allerdings ein Missverständnis. Da man sich nicht einigen konnte, musste dies dann vor Gericht entschieden werden und der gerade im Aufbau befindliche Verein musste die Rechnung doch bezahlen. Eine bittere Pille, da ja kein Geld vorhanden war.

 Das erste offizielle Spiel auf unserem neuen Sportplatz wurde mit 5 : 0 gegen Union Lindern gewonnen.

So konnte sich der Verein etablieren und bald wurden auch die ersten Jugend-Mannschaften angemeldet.

 

 6

 

Reihe oben v.l.n.r.: J.Helf, A. Brandt, H. Tichelbäcker, H-J.Jansweidt, P.Hensen, W.Breuer, V.Bassauer

Reihe unten v.l.n.r.: J.Voßenkaul, H.Marx, J.Tichelbäcker, H.Braun, P.Yeardley

 

Neben den offiziellen Spielen fanden auch immer wieder Freundschaftsspiele statt, wie beispielsweise die 1. Alte Herren Mannschaft gegen die Feuerwehr. Hier waren die Ergebnisse jedoch zweitrangig!

Im Jahr 1966 wurde erstmals eine Nikolausfeier für die Jugendlichen des Vereins abgehalten. Diese entwickelte sich dank eines hervorragenden Programms in den nächsten Jahren zu einer der größten Nikolausfeiern im Kreisgebiet. Musikalisch wurden diese Feiern vom Musikverein Uetterath gestaltet.

Führende Funktionäre aus Sport, Politik und Verwaltung waren gern gesehene Gäste. Eine große Verlosung bildete immer den Abschluss.

 

1970 wurde der FSV 1962 Kraudorf in FSV 1962 Kraudorf-Uetterath e.V. umbenannt. Zu dieser Zeit spielten über 30 Kinder und Jugendliche aus Uetterath in Kraudorf Fußball. Somit war es zu diesem Zeitpunkt eine weitsichtige Entscheidung, den Verein umzubenennen. Hierdurch bekamen wir eine breitere Basis für die Zukunft, zumal die Kinder seit 1966 in Randerath zusammen zur Schule gingen.

Die kommunale Neugliederung 1972 machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung. Kraudorf kam zu Geilenkirchen und Uetterath zu Heinsberg.

Da die Sache noch in den Kinderschuhen steckte und die Uetterather nun nach Randerath und Porselen zur Schule gingen und die Kraudorfer nach Würm, brachte diese Maßnahme nicht den seinerzeit erhofften Erfolg.

Heute spielen nur noch wenige Uetterather in Kraudorf Fußball. Aber vielleicht wird auch das wieder besser.

 

Ab 1970 wurden konkrete Gespräche zur Planung einer neuen Sportanlage mit der Gemeinde Randerath geführt. Da die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat Randerath für eine positive Entscheidung für den Sportplatzneubau in Kraudorf nur bei kompletter Anwesenheit und Stimmberechtigung der Kraudorfer und Uetterather Ratsmitglieder gegeben war, musste man im FSV-Vorstand zu einer ungewöhnlichen Maßnahme greifen. Mit Hubert Boniek und Karl Küppers waren seinerzeit zwei Mitglieder des Rates auch führende Vorstandsmitglieder beim FSV. Die beiden hätten also bei der Ratssitzung wegen Befangenheit nicht mit abstimmen dürfen. Kurzerhand wählte man Vereinswirt Fritz Derichs zum Vorsitzenden des FSV und so konnte dann die Abstimmung im Rat für den neuen Sportplatz in Kraudorf, mit den Stimmen von Hubert Boniek, Karl Küppers sowie den weiteren Kraudorfer und Uetterather Ratsvertretern, durchgesetzt werden.

 

1972 wurde mit dem Bau des neuen Platzes begonnen. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung wurden die Arbeiten von der Stadt Geilenkirchen übernommen und fertig gestellt.

Die Freude war riesengroß als im Sommer 1973 die neue Platzanlage in sehr günstiger Lage zwischen den Orten Nirm und Kraudorf, im Schatten der Kraudorfer Kirche, eingeweiht werden konnte.

Der Sportplatz wurde zum Mittelpunkt der Ortsgemeinschaft, in dessen Umfeld bis zum heutigen Tag noch viele Feste der Vereine gefeiert werden.

1974 wurde in Eigenleistung eine Flutlichtanlage installiert.

1985 folgte dann ein weiterer Höhepunkt im Vereinsleben des FSV. Das neue Sportheim am Platz konnte eingeweiht werden. Erstellt wurde es in Eigenleistung. Hier zeigte sich einmal mehr die Aktivität und der Einsatz der Mitglieder. Große Unterstützung erhielt der Verein von der Stadt Geilenkirchen bei der Planung und Finanzierung des Projektes.

1994 stellte sich Karl Küppers nach fast 25 Jahren als erster Vorsitzender nicht mehr für ein Vorstandsamt zur Verfügung. Für seine langjährige Arbeit für den Verein ist der FSV  ihm zu großem Dank verpflichtet.

Ende 1994 zerstörte ein Brand, entstanden durch einen Heizlüfter im Duschbereich, einen Teil unseres Sportheims. Mit Unterstützung der Stadt Geilenkirchen und des Einsatzes vieler Mitglieder gingen die Reparaturarbeiten schnell voran und im April 1995 waren die Brand- und Wasserschäden bereits wieder behoben.

1999 wurde in Eigenleistung am Sportplatz eine kleine überdachte Tribüne mit Verkaufsraum errichtet.

Im sportlichen Bereich gab es ein Auf und Ab. Die größten sportlichen Erfolge waren 1981, 1983 und 1991 der Aufstieg unserer Männermannschaft in die Kreisliga A und 1999 der Aufstieg unserer Frauenmannschaft in die Verbandsliga. Diese Ereignisse wurden immer ausgiebig gefeiert.

 

12-81

Aufstieg 1981:

 

Reihe oben v.l.n.r.: K.Küppers, D.Bernhard, K-H.Küppers, H.Beumers, H.Kohnen, P.Schüller, P.Biermanns, A.Schulte, A. Dohmen, D.Dohmen, W.Menz

Reihe unten v.l.n.r.: B.Härtling, H-J.Beumers, M.Putze, P.Kuschel, J.Hilgers, H.Engert

 

12-91

Aufstieg 1991:

 

Reihe oben v.l.n.r.: K.Küppers, P.Biermanns, H.Kohnen, R.Jung, W.Reinecke, G.Welzbacher, H.Beumers, D.Dreßen, G.Dieckmais, W.Menz, B. Schaffrath

Reihe unten v.l.n.r.: N.Thomas, H-J.Beumers, R.Feldehoft, B.Schaffrath, U.Schroeder, P.Kuschel, H-J.Merzbach, A.Kreutzer

 

 

21

 

 

Aufstieg Damenmannschaft 1999.

 

Weitere sportliche Höhepunkte waren die Turniere zum 20-jährigen und 25-jährigen Bestehen und die Fußballstadtmeisterschaft 1986 im Rahmen der 600-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Geilenkirchen.

Alle Turniere waren hervorragend organisiert und nahmen vor vielen Zuschauern einen erfolgreichen Verlauf.

Auch im Jahre 2002 war der FSV 1962 Kraudorf-Uetterath Ausrichter der Fußballstadtmeisterschaft der Stadt Geilenkirchen. Gleichzeitig feierten wir unser 40jähriges Bestehen im Rahmen unseres Sommerfestes.

Die letzte Stadtmeisterschaft fand 2008 in Kraudorf statt. Hier belegte unsere Mannschaft einen guten vierten Platz. Trotz guter Organisation mussten wir leider feststellen, dass die Zuschauerzahlen bei diesen Turnieren immer mehr zurückgehen.

Erfreulich war auch, dass wir von Anfang der achtziger Jahre bis Anfang der neunziger Jahre über 10 Jahre eine zweite Mannschaft melden konnten.

Natürlich gab es auch Rückschläge. Mehrere Abstiege waren zu verkraften. Mehrmals saßen wir zum Saisonende zusammen und wussten nicht, ob es möglich war, für die nächste Saison eine Männermannschaft zu melden.

Aber immer wieder zeigte sich die gute Moral und der Charakter der Mitglieder, so dass es weiter ging.

 

Heute hat der FSV zwei Herren-Mannschaften, welche beide in der Kreisliga C spielen, sowie eine Alte Herren-Mannschaft.

 

Die im Jahre 1995 gegründete Frauenfußballabteilung nahm in der Saison 2011/2012 mit einer B-Juniorinnen-Mannschaft, einer A-Juniorinnen-Mannschaft und einer Frauenmannschaft (Bezirksliga) am Spielbetrieb teil.

 

Für unseren kleinen Verein sicherlich eine beachtliche Zahl an Mannschaften.

Die Mannschaften werden noch jeweils im Einzelnen vorgestellt.

 

Außerhalb der sportlichen Aktivitäten veranstaltet der FSV 1962 Kraudorf-Uetterath e.V. seit vielen Jahren sein traditionelles Sommerfest, welches mit Fußballortsturnier, Spiel ohne Grenzen oder bayerischem Vierkampf immer wieder viele Teilnehmer und Besucher anlockt ( siehe Zeitungsartikel ).

Von 2003 - 2006 wurde zum Sommerfest ein Open-Air-Konzert veranstaltet, wozu eigens eine große Kuppelbühne aufgebaut wurde und namhafte Bands verpflichtet wurden. Leider stand der Aufwand nachher nicht mehr in Relation zu den Kosten, da uns die Sponsoren fehlten und das Ganze nicht mehr aus den Einnahmen zu decken war. In dieser Zeit lag auch der Ursprung der beliebten Pöllen-Cocktail-Bar.

Gerne erinnern wir uns auch zurück an die zünftigen Oktoberfeste im FSV-Stad’l bei Max ( Toni Strömer ).

Auch so manche Silvester- und Osterfete fand dort statt.

 

Seit Ende der neunziger Jahre bestehen freundschaftliche Beziehungen zum TuS 02 Weinheim mit vielen gegenseitigen Besuchen in lockerer Atmosphäre. Die Kontakte wurden seinerzeit von unserem damaligen Trainer Günter Diehm zu seinem Heimatverein geknüpft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach wie vor findet jedes Jahr das gemeinsame Saisoneröffnungstraining mit allen Mannschaften statt und zum Jahresende eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier. Gerade diese Veranstaltungen tragen zur guten Kameradschaft und Stimmung im Verein bei.

Auch soziales Engagement kam in unserem Verein nie zu kurz. Hier sei besonders an die FIFA-DFB Aktion anlässlich der Fußball-WM 2006 erinnert, wo wir fast 1.000 € für SOS-Kinderdörfer spendeten.

So hat sich aus bescheidenen Anfängen heraus und unter Einsatz vieler sportbegeisterter Idealisten der Verein zu einer festen Größe im Ort, im Sportkreis Heinsberg und sogar darüber hinaus entwickelt.

Dies bestätigt auch die Verleihung des DFB-Ehrenamtspreis 2000 an unseren Vorsitzenden Peter Biermanns und im Jahre 2010 an Elke Seher.

Natürlich wird es in der heutigen Zeit immer schwieriger, genügend Spieler und auch Idealisten für die Vereinsarbeit zu finden. Der Nachwuchs bleibt einfach aus. Das bestätigen auch die Fusionen einiger Nachbarvereine. Wir sind jedoch guter Hoffnung, auch in Zukunft als eigenständiger Verein bestehen zu können.

 

Abschließend bleibt nur noch zu sagen:

Ein gut funktionierendes Vereinsleben ist Garant für ein attraktives Dorfleben. Hierzu sollte jeder Einzelne seinen Beitrag leisten, sei es als aktives oder passives Mitglied in einem Ortsverein, um so das Dorfleben mit zu gestalten.